Künstler der Konstruktion 1

Félix Candela-Ausstellung in Berlin und München

fo_1102_architectural_artists_1Der spanische Architekt und Ingenieur Felix Candela (1910-1997), der 1939 nach Mexiko auswanderte, entwarf und baute vor allem in Mexiko-Stadt und Cuernavaca, Morelos sensationelle und wegweisende Bauwerke mit dünnen Betonschalen.
Berühmt wurden unter anderem seine Bauten wie das Café „Los Manantiales" (1958) in Xochimilco, México D.F., die Kapelle „Mirador de Palmira" (1959) in Cuernavaca, Mor. oder der Sportpalast (1968) in Mexiko Stadt. Seine Heimatstadt Madrid, die Fundación Juanelo Turriano und die Universidad Politécnica de Madrid würdigten sein Werk anlässlich seines 100. Geburtstages mit der Ausstellung „Félix Candela: La Conquista de la Esbeltez", die nun unter dem Titel: „Felix Candela: Künstler der Konstruktion" als eine Zusammenarbeit zwischen der TU Berlin und dem Deutschen Museum für den deutschen Sprachraum angepasst wurde. Schalenbauwerke sind räumliche Tragwerke aus dünnen, doppelt gekrümmten Betonflächen, deren Konstruktion auf das statisch Notwendige reduziert ist. Sie tragen sich durch ihre Geometrie quasi selbst: eine rationale und optimierte Bauweise. Diese Schalenbauwerke überzeugen durch klare und verständliche Formen und setzen damit die architektonischen Ideale der Moderne gestalterisch um. Félix Candela ist einer der virtuosesten Vertreter dieser Bauform, weil er es mehr als andere verstand, hauchdünne und gleichzeitig weit gespannte Schalen und Schirme mit einer außergewöhnlich breit gefächerten Formensprache zu entwerfen. Sie haben bis zu 30 Meter Spannweite und sind meist nur 4 Zentimeter dick. Candela gelang es, den Baustoff in wohldurchdachte und konstruktiv optimierte Formen zu bringen, und entwarf so Ingenieurbauwerke von eindrucksvoller Eleganz und Schönheit. In seinem mexikanischen Exil experimentierte er mit weit gespannten Schalen und untersuchte ihr Tragverhalten. 1950 gründete er in Mexiko seine eigene Firma „Cubiertas Ala" (Dächer wie Flügel), mit der er in zwei Jahrzehnten mehr als 800 Schalenbauwerke entwarf.
Die Ausstellung ist noch bis zum 1. März an der TU Berlin, vom 16. März bis 22. Mai dann im Bibliotheksbau des Deutsches Museums in München zu sehen. Sie präsentiert nicht nur sein Leben und seine wichtigsten Bauwerke mit Bildern, Modellen und Texten, sondern möchte auch seine Konstruktionsphilosophie näherbringen. Der Eintritt ist frei.


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